Wien zur Kaiserzeit – Bilder von damals

    Wer heute seinen Blick über manches Wiener Grätzel schweifen lässt, erkennt die alte Zeit, eine Ära des städtebaulichen Wandels und eine Epoche, in der Wien von einer Stadt zur Metropole wurde.
    Die Prägung Wiens während der Jahrhundertwende ist nicht nur an errichteten, breiten Straßenzügen, nostalgischen Prachtbauten oder versetzten Flüssen erkennbar. Die Menschen, ihre Arbeit und deren Veränderungen des Alltags zeigen die eigentliche Verwandlung einer Stadt auf. Zahlreiche historische Fotografien der Wiener Stadtchronisten der Jahrhundertwende zeigen die damaligen Einwohner einer Metropole im Bau. Kaufleute, Messerschleifer und Weißnäherinnen gingen ihrer täglichen Arbeit nach, andere suchten in den neu geschaffenen Landstrichen nach Erholung und Vergnügen, während der Glücksritter seinen letzten Einsatz auf der Trabrennbahn machte.

    Zwar bleiben Schlüsselfiguren der Stadtgeschichte wie Architekt Otto Wagner, Bürgermeister Lueger und Kaiser Franz Josef in der Erzählung nicht unerwähnt - die Dokumentation rückt dennoch den kleinen Regionalpolitiker, der sich gegen die oberirdische Stadtbahn wehrte, den Kaufmann, der die Konfektionsgrößen in Österreich etablierte und den berühmten Waldviertler, der eine Insel auf der Alten Donau besetzte, in den erzählerischen Vordergrund. Wer den Blick in die Außenbezirke schweifen lässt, etwa zu den Gasometern oder zur Alten Donau, sieht ländlich wirkende Gegenden, die unendlich weit von der Stadt entfernt zu sein scheinen. Auf der Wiener Ringstraße – ein Ort der Repräsentation – flanieren Frauen mit weiten Röcken und Männer mit Melone und Sonnenschirm. Die Ecken und Grätzeln des alten Wiens geben Aufschluss über das Lebensgefühl der damaligen Wiener Szene.

    Ein Film von Norman Vaughan.

    Credits

    Dokumentation
    45 Min.

    Regie: Norman Vaughan
    Drehbuch: Theresa Pfahler, Norman Vaughan
    Produzenten: Dieter Pochlatko, Jakob Pochlatko
    Herstellungsleitung: Heinrich Mayer-Moroni
    Produktionsleitung: Florian Brandt
    Kamera: Harald Staudach
    Ton: Klaus Tauber
    Musik: Martin Payr, Andreas Radovan
    Schnitt: Michaela Müllner
    Sprecherin: Angelika Lang
    Redaktion ORF: Theresa Pfahler
    u.a.

    Produktionsjahr: 2020
    Erstausstrahlung: 12. Jänner 2021

    eine Koproduktion von EPO-Film, ORF III, ORF WIEN

    in Zusammenarbeit mit Rai Südtirol

    gefördert von VAM, Filmfonds Wien

    Fotos/Downloads