Gegen den Befehl – Zivilcourage am Ende des Zweiten Weltkriegs

    In den letzten Kriegstagen fallen tausende Menschen auf österreichischem Boden dem NS-Terror zum Opfer. Je weiter die Alliierten vorrücken, umso fanatischer werden die Durchhalteparolen des Regimes, und umso grausamer wird die Gewalt gegen ethnisch Verfolgte, politische Gegner und Kriegsgefangene.

    Am 29. März 1945 betritt die Rote Armee im Raum Klostermarienberg erstmals den Boden des heutigen Österreich. Damit beginnt eine Phase, in der das nationalsozialistische Regime, den eigenen Untergang vor Augen, noch einmal die Gewalt eskalieren lässt.
    In den letzten Kriegstagen fallen tausende Menschen auf österreichischem Boden dem NS-Terror zum Opfer. Je weiter die Alliierten vorrückten, umso fanatischer die Durchhalteparolen des Regimes, umso grausamer die Gewalt.
    Der Bevölkerung wird suggeriert, die Feindmächte seien entschlossen, das "deutsche Volk auszurotten" und dass es keinen Waffenstillstand und keinen Friedensschluss geben werde. Daher müsse jeder Zentimeter deutschen Bodens bis zur "völligen Vernichtung verteidigt" werden. Ziel war es, durch Terror die zusammenbrechende Staatsgewalt aufrecht zu erhalten, so viele politisch und "rassisch" Verfolgte wie nur möglich zu ermorden und den alliierten Truppen "Verbrannte Erde" zu hinterlassen, auf der kein Staat mehr aufgebaut werden kann.

    Der Film ist ein Countdown der letzten Kriegswochen/Tage: Die Gewaltausbrüche umfassten hauptsächlich ethnisch/"rassisch" Verfolgte, politische Verfolgte und Kriegsgefangene.
    Die Dokumentation zeigt exemplarische Verbrechen aus diesen Bereichen - teilweise Geschichten, die noch nie erzählt wurden, beziehungsweise die erst seit kurzer Zeit von Wissenschaftlern recherchiert wurden. Sie beleuchtet, wie die Mechanismen zu Hetzte, Angst und Terror wirkten, aber auch Möglichkeiten von Haltung von Menschen, die menschlich handelten, wo andere wegschauten - trotz der Gefahr, selbst zum Opfer zu werden.

    Ein Film von Klaus T. Steindl.

    Credits

    Dokumentation
    52 Min.

    Buch und Regie: Klaus T. Steindl
    Produzenten: Dieter Pochlatko, Jakob Pochlatko
    Herstellungsleitung: Heinrich Mayer-Moroni
    Produktionsleitung: Florian Brandt
    Kamera: Hubert Doppler
    Ton: Ekkehard Braun, Robert Neumeyer, Klaus Tauber
    Musik: Andreas Radovan
    Schnitt: Martin Biribauer
    Sprecher: Stefan Fleming, Michael Dangl, Wolfgang Hübsch
    Redaktion ORF: Ernst Pohn
    u.a.

    Produktionsjahr: 2020
    Erstausstrahlung: 08. Mai 2021

    eine Koproduktion von EPO-Film, ORF III

    gefördert von Fernsehfonds Austria, Land Steiermark, FilmCommission Graz, VAM

    Fotos/Downloads